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»HEILE WELT«

Wäre es nicht herrlich, wenn es in der synthetischen Sphäre des elektronischen Pop jemanden gäbe, der wüsste, wovon er spricht? Einen, der genug erlebt hat, um Geschichten zu erzählen, die tatsächlich etwas mit uns zu tun haben; einen, der Hymnen schreibt, die bei aller Pracht einen wahrhaftigen Kern in sich tragen? Es gibt ihn: In einer Zeit, in der Authentizität und Empathie rare Währungen geworden sind, nimmt EO! uns mit auf seine musikalische Suche nach einem glücklichen, echten und unversehrten Leben. Denn – wenn wir ganz ehrlich sind – wünschen wir sie uns heute mehr denn je, eine »Heile Welt«.

Üblicherweise fängt man an etwas zu suchen, wenn es fehlt – und EO!s Welt war ganz sicher nicht immer heil. Als Marc Henning Siegert zwei Jahre ist, packt sein leiblicher Vater seine Sachen, haut ab und lässt nie wieder von sich hören. Marcs Mutter, ein Mannequin, lernt zwar einen neuen Partner kennen, der für Marc ein wunderbarer Vater wird und als Musiker garantiert die wichtigste Inspiration für seinen Beruf, aber so eine Narbe bleibt für immer. Die Familie zieht nach Berlin und Marcs Kindheit in der DDR besteht im Wesentlichen aus Sport und gemeinsamen Wochenenden hinter den Kulissen vor denen seine Eltern auftreten. Der Junge ist fasziniert davon, wie man von der Bühne aus eine ganze Welt erzeugen und den Menschen damit Freude bereiten kann. Der Funke springt ü̈ber.

Die Wende kommt als Marc 12 ist und damit auch die Begeisterung für Basketball, Rockplatten und HipHop. Nachdem der Teenager zunächst nur den Plattenspieler seiner Eltern kaputt-scratched, benutzt er die ersten Gehälter seiner Ausbildung zum Hotelfachmann, um sich sein erstes eigenes Equipment zu kaufen. Kurz vor der Legalität legt er das erste Mal in einem Berliner Undergroundclub auf – in den goldenen 90ern in Berlin-Mitte sind Polizeikontrollen eher die Seltenheit. Nur wenig später ist er als »Lodown« der jüngste Profi-DJ Berlins und teilt sich eine WG mit drei Freunden, sechs Turntables und drei Mixern. Mit 22 tourt Marc mit einem Techno-Act ein paar Jahre lang um die Welt und legt sogar in Japan auf. »Ich wollte etwas Einzigartiges machen und mischte HipHop mit Elektro und Techno mit A-capella-Vocals – und plötzlich war ich ganz oben.« Seine Unbeschwertheit erlebt erneut einen schweren Bruch, als er seinen Freund und Mitbewohner mit 23 tot auffindet. Herzinfarkt.

Marc taucht in die Szene ab und flüchtet sich in einen immer heftigeren Rausch, der ihm irgendwann selbst unheimlich wird. Der Mann der klaren Entscheidungen, der Marc ist, kündigt seiner Agentur, meidet die Clubszene und nimmt einen Job in einer Produktionsfirma an. In ein paar Jahren heilt ihn der normale Alltag soweit, dass er wieder an Musik denken kann. Beim Jammen mit Freunden spürt Marc schnell, dass die Musik wieder mehr Raum in seinem Leben fordert. Er fängt an deutsche Musik zu hören: »Ich war beeindruckt davon, was auf Deutsch geht und hatte die fixe Idee, unterschiedliche Genres zu verbinden und etwas Neues zu machen. Als ich ein Radio-Interview mit einer Frau hörte, die kurz vor der Geburt ihres Kindes von ihrem Freund verlassen worden war und furchtbar litt, hat mich das so stark berührt, dass der Text zu ›Wenn ein Stern erlischt‹ sich wie von selbst schrieb. Wohl auch wegen meiner eigenen Geschichte, die ich bis dahin relativ erfolgreich verdrängt hatte. Die Texte flossen nur so aus mir heraus und mit ihnen auch die eine oder andere Träne. Das Deutsche war quasi die Schleuse zu meinem Inneren – auf einmal war ich in der Lage, meinen Schmerz zu verarbeiten.«

Dies ist die Geburtsstunde von EO! und der Beginn von »Heile Welt«.

»Mein Künstlername steht für ›Entweder-Oder‹. Ich bin jemand, der seine Entscheidungen zu 100% durchzieht. Die Schwarz-Weiß-Optik des Albums unterstreicht diese Haltung genauso wie sie die aktuelle Stimmung widerspiegelt. Es ist halt gerade alles nicht besonders bunt. Die Menschen sind auf der Suche nach einer ›heilen Welt‹ und auch wenn jeder seinen eigenen Weg gehen muss, frage ich mich auf meinem Album, ob wir sie vielleicht nur gemeinsam finden können. Es geht um Eigenverantwortung – aber auch darum, seine Gefühle und Erfahrungen ehrlich miteinander zu teilen. Und wenn das dann genug Mut macht, um nicht aufzugeben, habe ich mein größtes Ziel erreicht.«

Es ist sowohl seiner Herkunft als auch seinem inneren Perfektionisten zuzuschreiben, dass EO! das komplette Album selbst verantwortet und fast zwei Jahre akribisch an seinem Lebenstraum gearbeitet hat. Die Beats tüftelte er im Heimstudio aus, stellte die Musiker selbst zusammen, schrieb nur ein paar der elf Songs auf »Heile Welt« zusammen mit handverlesenen Co-Autoren und produzierte die Platte zum größten Teil im Alleingang. »Viele Künstler werden ja sozusagen ›gemacht‹, da fehlt mir dann die Seele. Mir war es extrem wichtig, dass alles genauso wird wie ich es mir vorstelle und ich vollkommen dahinter stehen kann. Ich habe meinen Job aufgegeben und konzentriere mich voll auf die Musik. Mein Vater hat mal gesagt: ›Wenn du mit 64 auf deiner Veranda sitzt, willst du dir nicht sagen müssen, dass du es nicht versucht hast. Also gib alles!‹ Das habe ich mir immer zu Herzen genommen.«

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